Die Brauereigeschichte des Klosters Höglwörth - Vom Weingut zum Brauhaus

1821 erwarb Philipp Wieninger das durch die Säkularisation aufgehobene Augustiner-Chorherrenstift Höglwörth bei Anger im Rupertiwinkl, samt der dazugehörigen Klosterbrauerei, die sein Sohn weiterführte. Die Höglwörther Geschichte reicht jedoch weit ins frühe Mittelalter zurück.

Sehr wahrscheinlich existierte bereits im 8. Jahrhundert eine von Salzburg abhängige Mönchszelle in Höglwörth, das Patrozinium Peter und Paul lässt jedenfalls an eine frühe Abhängigkeit von Salzburg denken. Folgt man den Traditionen des Stiftes, so haben die Grafen von Plain um 1125 Höglwörth gegründet. Historisch belegt und greifbar sind die Grafen von Plain jedoch nur als Wohltäter und Förderer des Stiftes, Gründer war wohl Erzbishof Konrad I. von Salzburg.

Die Abhängigkeit vom Salzburger Domkapitel und Erzbischof bei der Bestellung des Propstes blieb über die Jahrhunderte erhalten, bis Höglwörth ab 1817 zum Zuständigkeitsbereich des Ordinariats Freising gehörte. 1730 entschied man sich, die Weingüter in Österreich zu verkaufen und ein Bräuhaus zu errichten. Zu Beginn überstiegen die Ausgaben der Brauerei die Einnahmen, was wohl daran lag, dass sich viel Bier auf wundersame Weise "verflüchtigte".

Später kam das Bräuhaus dank umsichtigerer Wirtschaftsweise aus dem Defizit und 1804 braute das Kloster bereits 3.800 hl Bier. Sicherlich ein gewichtiger Grund, warum Philipp Wieninger die Klosterbrauerei 1821 für 9.000 Gulden kaufte.

Die Taferne im Stift, die weitaus älter ist als die Brauerei, war fürher eine Weinschänke und wurde durch den Kauf der Familie Wieninger zum heutigen Klosterwirt mit Bierausschank.